Wer kennt es nicht – wir laufen durch die Einkaufsgassen und sind umringt von tollen Artikeln, super Angeboten, schmeichelnden Kleidungsstücken und Objekten, die wir alle gerne besitzen würden.
So auch ich – im letzten Jahr war ich nicht besonders glücklich. Woran das liegt kann ich im Einzelnen nicht wirklich sagen. Vermutlich eine Summe aus vielen Kleinigkeiten und irgendwie saß mir die Unzufriedenheit stets auf den Schultern.
So gut meine Tattoos und allgemein meine Arbeit da draußen ankamen, so groß war gleichzeitig die Wolke über meinem Privatleben – es sollte alles irgendwie nicht sein. Um mir dennoch das Gefühl von „glücklich sein“ zu geben, fing ich an einzukaufen. Ich spreche nicht davon, dass ich massenhaft Kartons in der Wohnung stehen hatte, weil ich wahllos beim Onlineshopping zu geschlagen hatte oder jeden Tag nach Hause kam und die Tüten mit neuen Dingen gefüllt nicht einmal ausgepackt wurden.
Sind wir ehrlich – das würde mein Portmonee genauso wenig mit machen, wie das der meisten von euch da draußen.
Aber mein Kaufverhalten hat sich in meinem Rahmen verändert. Ich kaufte Sachen einfach nur noch für das Gefühl sie zu haben. Vermutlich auch, weil ich annahm, dass sie mich aufwerten. Ich begann über die letzten zwei Jahre meine Wohnung zu verändern, war viel im Interiorbereich unterwegs. Ich kaufte nun in meinen Augen Kleidung, die es im Nachhinein betrachtet nicht gebraucht hätte, weil ich ähnliche Dinge bereits besitze-manchmal ohne es zu wissen.
Ich stattete Mali aus, sie bekam so viel Spielzeug, dass ich heute nicht mehr weiß wohin damit und irgendwann schlich sich dieses erdrückende Gefühl hinein – das Gefühl erdrückt zu werden. Das Gefühl sich nicht mehr über die eigenen Sachen freuen zu können. 
Ein schönes Beispiel sind Converse Sneaker – ich finde es mega toll, wenn Dinge abgetragen werden, sie dich einen Lebensabschnitt begleiten und irgendwann total hinüber aussehen, aber du sie dennoch nicht hergeben kannst, weil sie dir so am Herzen liegen.
Dieses bestimmte Gefühl, dieses „an seinen Sachen hängen“ habe ich irgendwie verloren. Und ich denke, es geht viel zu vielen Menschen da draußen so – wir haben einfach zu viel. Die Auswahl ist zu groß, da durch kann sich der Bezug zum Einzelnen nicht mehr entwickeln. 
Damit muss Schluss sein: Diesen Entschluss fasste ich genau dann, als ich mitten im Umbau meiner Wohnung stand und das Projekt war damit zu diesem Zeitpunkt nicht zu realisieren. Aber ich wusste – ich will das Thema angehen. Ich weiß, dass das Thema in den Medien präsenter geworden ist und Bloggergrößen zu ähnlichen Projekten aufrufen, aber ich möchte das nicht deswegen, sondern einfach für mich und meine innerliche Zufriedenheit.
Ich möchte glücklich sein – ernsthaft glücklich – ohne das in Abhängigkeit zu Sachgütern zu stellen, und genau damit fange ich heute an!

100 TAGE ohne materiellen Konsum – für mich ganz alleine!

 

Was bedeutet das für meine bevorstehenden Monate:
Für diese Zeit habe ich mir meine eigenen Regeln aufgestellt. Ich werde nicht mehr shoppen gehen, sowohl das Bummeln in romantischen Einkaufsgassen, Malls oder das große weite Internet mit gigantischem Onlineangebot ist gestrichen. 
Ich kaufe in der Zeit keine materiellen Dinge, bis auf Artikel die sich verbrauchen – und dann aber auch nur diese.
Es wird keine neue Kleidung geben, keine dekorative Kosmetik, keine Hundeartikel und eben all die schönen Dinge mit denen man sich selbst eine Freude macht.
In den nächsten drei Monaten kaufe ich nur Verbrauchsgüter und Lebensmittel!

Ausgenommen von den drei Monaten wären Urlaube (auch wenn ich mich noch nicht wegfahren sehe) UND ich erlaube mir eine Ausnahme: einen Weihnachtsbaum.

Zudem möchte ich das ganze Projekt für mich noch etwas erweitern und erschweren.
Es ist in meinen Augen nicht genug 100 Tage auf Konsum zu verzichten, sondern ich möchte meine eigenen Umfang an Dingen zudem minimieren und werde daher im Rahmen einer „100 Teile“ Aktion an jedem Tag dieses Projektes einen Artikel von mir Verkaufen.
Das Können Kleidungsstücke sein, Interiorartikel, Küchenmaschinen genauso wie Kosmetik oder Kreativbedarf. Am Ende dieser Zeit habe ich das Ziel von dem Geld in den Urlaub zu fahren – und wenn es lediglich ein Wochenende mit Mali an der Ostsee ist.
Das heisst in den nächsten 100 Tagen kaufe ich nichts, und werde um 100 Dinge aus meinem Besitz „ärmer“ – und ich freue mich wahnsinnig darauf. 
Erhoffen tue ich mir von dieser Fastenzeit für mich ganz persönlich eine Menge: Vorrangig die Erkenntnis, dass man nicht so viel braucht um glücklich zu sein. Im Grunde ist mir das auch bewusst und bei anderen Menschen auch nicht wichtig – in Hinblick auf mich habe ich den Fokus jedoch verloren.
Ich möchte diese fast gezwungene Gefühl ablegen, dass mich neue Dinge glücklich stimmen können – ich möchte merken, dass weniger mehr ist und das langfristig in meinem Leben umsetzen. 
Ich bin gespannt, wie sich meine Wünsche über diesen Zeitraum verändern werden, welche Dinge ich im März zum Geburtstag wünschen werde, eben dann wenn ich nicht einfach losziehen kann und das kaufe was ich augenblicklich benötige“. 
Ich glaube, der erste wichtige Schritt für mich war es zu realisieren, dass egal wie voll ein Kleiderschrank ist, egal wieviel man besitzt, es in uns einfach nichts verändern kann. Ich habe lange Zeit in der Vergangenheit gehangen, wollte mich von Menschen nicht lösen und irgendwie dann auch nicht von Dingen aus der Zeit trennen und jetzt ist mir bewusst geworden, dass ich das ändern will.
Ich möchte mit weniger sogar glücklicher sein und wieder ein Verhältnis zu den Dingen schaffen die mich Tag täglich umgeben. 
Mir ist bewusst, dass die Zeit für mich alles andere als einfach wird, aber seit Tagen freue ich mich darauf, dass der Dezember Einzug hält und für mich ein interessanter Abschnitt beginnt. Posten tue ich das Ganze eigentlich lediglich um es laut ausgesprochen zu haben und vielleicht überdenkt der Eine oder Andere da draussen auch mal sein Konsumverhalten und konsumiert wieder bewusster. Vielleicht möchten ja sogar welche von euch mitkommen auf diese Reise-mich würde es freuen, denn ich bin mir jetzt schon sicher- weniger ist mehr!

ALSO STARTEN DIE 100 TAGE OHNE KONSUM GENAU JETZT.

In diesem Sinne wünsche ich euch ein bewusstes Wochenende, eure Mac Fineline #
Photocredit: Claudia Bernhard // Caspar and Charly